2. Etage: Zwischen Glaube und Landschaft
Auf dieser Etage teilt sich die künstlerische Reise in Andacht und Betrachtung der Natur. Erkunden Sie den Domingos Rebelo gewidmeten Raum, wo Spiritualität und die Identität von São Miguel verschmelzen, und wandeln Sie durch die Gänge, in denen die Landschaft – mal naturalistisch, mal abstrakt – im Mittelpunkt steht.
Domingos Rebelo
Ein Raum, der einer der Säulen der azoreanischen Kunst gewidmet ist. In dieser Ecke laden die Werke zur Reflexion über die Religiosität und den Alltag der Inseln ein.
Domingos Rebelo • 1891–1975
Der auf São Miguel geborene Domingos Rebelo zählt zu den zentralen Figuren der portugiesischen Malerei des 20. Jahrhunderts. Seine Ausbildung begann er in Paris, wo er an der Académie Julian und der Grande-Chaumière mit den künstlerischen Avantgarden in Kontakt kam. Nach seiner Rückkehr auf die Azoren widmete er sein Leben der Aufgabe, das Wesen der azoreanischen Seele einzufangen – von Bräuchen und religiösen Festen bis hin zum Drama der Auswanderung (er schuf das berühmte Gemälde „Die Auswanderer“). Seine meisterhafte Technik und seine Fähigkeit, volkstümlichen Themen Würde und Leichtigkeit zu verleihen, machten ihn zu einem visuellen Botschafter der Inseln.
Korridor: Horizonte und Perspektiven
Die Begegnung zwischen klassischem Naturalismus und einer persönlichen Interpretation des Territoriums.
Auf dem Weg zum Raum für Wechselausstellungen bietet die Umgebung unterschiedliche Perspektiven auf Landschaft und Licht. Obwohl der Fokus auf der naturalistischen Meisterschaft von José Júlio de Sousa Pinto liegt, wird der Spaziergang durch die Werke von Brites Cunha da Silveira und Domingos Rebelo bereichert, deren Arbeiten diese visuelle Reise durch die Erinnerung und Identität der Orte ergänzen.
José Júlio de Sousa Pinto • 1856–1939
Geboren in Angra do Heroísmo auf der Insel Terceira, zählte er zu den brillantesten Malern seiner Generation und zu den ersten portugiesischen Naturalisten. Obwohl er einen Großteil seines Lebens in Frankreich verbrachte, wo er hohes internationales Ansehen erlangte und auf den Pariser Salons mit Preisen ausgezeichnet wurde, verlor er nie seine emotionale Verbundenheit zu Portugal. Sein Werk zeichnet sich durch eine feine Pinselführung und ein tiefes Gespür für Atmosphäre und Licht aus und bringt auf seinen Leinwänden eine beständige Sehnsucht nach den Landschaften seiner Heimat zum Ausdruck.
Korridor: Der Ausdruck von Gesten
Der Übergang zu Abstraktion und Lyrik in zeitgenössischen Kunstformen.
Neben den Aufzügen bietet die Kunst von Luís França ein anderes visuelles Erlebnis, bei dem Gestik und Farbe die direkte Figuration ersetzen.
Luís França • geb. 1953
Der in Ponta Delgada geborene Luís França zählt zu den führenden Künstlern der zeitgenössischen Malerei. Der Absolvent der Kunsthochschule Lissabon zeichnet sich durch einen informellen und gestischen Malstil aus. Seine Werke erkunden weite, farbintensive Flächen mit lyrischer Intention, wobei Schönheit aus dem Zusammenspiel von Formen und Farben in oft unbestimmten Räumen entsteht. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Lehrer und Kunstkritiker schafft Luís França Werke, die an Wandmalerei erinnern und den Betrachter zu einer freien und emotionalen Interpretation einladen.
Temporäre Ausstellung
Ein Ort für den Dialog zwischen neuen Sprachen und dem Wesen des Archipels.


„Ein Archipel von Zeichnungen“ • Ana Gil
Ana Gil
Ana Gil ist eine linkshändige Illustratorin und Kreative aus Lissabon. Ihre Verbindung zu den Azoren rührt von einer „anhaltenden Faszination“ für die Entdeckung der Geografie der Inseln her. Diese Neugierde verwandelt sie in akribische Arbeiten, die sich an der Grenze zwischen realer Beobachtung und künstlerischer Interpretation bewegen.









